Pfarr- und Wallfahrtskirche Mariae Geburt
Apostolat der Priesterbruderschaft St. Petrus



 

 

 

Das Werk des Erlösers (I)

Die Christen der ersten Jahrhunderte benutzten oft das Symbol des Fisches, um darin verschlüsselt ihren Glauben zusammenzufassen. Denn die 5 Buchstaben des griechischen Wortes für Fisch, „i-ch-th-y-s“, stehen dann für „Iesous – Christos – Theou – Yios – Soter“, d.h. „Jesus, der Christus (= der Gesalbte, Messias), Gottes Sohn, Erlöser“. Die Gottessohnschaft Jesu und Seine messianische Sendung als Erlöser sind somit fundamentaler Grundbestand unseres Glaubens. Nur wer Jesus als Gottessohn und als seinen Erlöser anerkennt und annimmt, ist wahrhaft ein Christ.

 

Jesus ist der Erlöser.

Schon der Name Jesus ist programmatisch, denn er bedeutet: „Gott rettet/erlöst“. Auf diesem Hintergrund verstehen wir das „denn“ in den Worten des Engels zu Joseph: „Du sollst Ihm den Namen Jesus geben, denn Er selbst wird Sein Volk erlösen von seinen Sünden.“ (Mt 1,21) Der Name Jesus drückt also die Einheit von Person und Werk aus. Darauf bezieht sich der hl. Petrus mit den Worten: „Es ist uns Menschen kein anderer Name unter dem Himmel gegeben, durch den wir sollen gerettet werden.“ (Apg 4,12) Auch wir bekennen diese Wahrheit, wenn wir Jesus einfach „den Heiland“, „den Erlöser“ nennen.

 

Das ganze Wirken Jesu steht im Zeichen Der Erlösung.

Wir sind daran gewöhnt, das Erlösungswerk mit dem Leiden, Sterben und der Auferstehung des Herrn gleichzusetzen. Gewiß liegt in diesem Geschehen der wesentliche Akt unserer Rettung; doch sollen wir nicht übersehen, daß auch das vorausgehende Leben Jesu zum Werk unserer Erlösung gehört:

-          Durch die Inkarnation verleiht Er unserer menschlichen Natur einen einzigartig hohen Adel, indem Er sie aus den Niederungen, in die sie durch den Fall Adams gestürzt war, erhebt und mit der göttlichen Natur vereint: „Gott, Du hast den Menschen in seiner Würde wunderbar erschaffen und noch wunderbarer erneuert; laß uns (...) teilnehmen an der Gottheit dessen, der sich herabgelassen hat, unsere Menschennatur anzunehmen, Jesus Christus...“ (Röm. Missale, zur Vermischung von Wasser und Wein)

-          Vorbild: Von der Kindheit und Jugend an bis zum Ende Seines öffentlichen Wirkens zeigt Jesus uns das Bild eines vollkommenen Lebens vor Gott und den Menschen: „Wer von euch kann mich auch nur einer einzigen Sünde überführen?“ (Joh 8,46) – „Lernet von mir, denn ich bin sanft und demütig von Herzen.“ (Mt 11,29) – „Meine Speise ist es, den Willen dessen zu tun, der mich gesandt hat.“ (Joh 4,34) u.v.a.m. – Durch dieses Sein Vorbild „erlöst“ uns der Herr von den falschen Vorbildern, die uns in ihren Bann zu ziehen drohen, und begeistert uns für den Weg des Heils.

-          Lehre: Jesus allein hat „Worte des ewigen Lebens“ (Joh 6,68). Durch diese spricht das ewige Wort, in dem das Leben Gottes ist; das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet, der in die Welt kommt (vgl. Joh 1,1-9). Folglich hat auch dieses Wort, die Lehre Jesu, erlösende Kraft, nämlich „diejenigen, welche in Finsternis und Todesschatten sitzen, zu erleuchten und unsere Füße auf den Weg des Friedens zu lenken.“ (Lk 1,79)  

-          Die Machttaten, insbesondere die Heilungen von Kranken und Besessenen, zeigen, daß Er „das geknickte Rohr nicht zerbricht und den glimmenden Docht nicht löscht“ (Mt 12,20/Is 42,3); daß „der Menschensohn gekommen ist, zu suchen und zu retten, was verloren ist“ (Lk 19,10), damit wir „das Leben haben und es in Fülle haben“ (Joh 10,10). Oberflächlich betrachtet geht es vielfach um die körperliche Heilung; doch in Wahrheit lautet die Botschaft des Herrn an den Kranken auf der Tragbahre: „Deine Sünden sind Dir vergeben“ (Mt 9,2); und dem geheilten Gelähmten sagt Er: „Sündige nicht mehr, damit Dir nicht noch Schlimmeres zustößt.“(Joh 5,14)

 

Das Leben Jesu zielt auf das Erlösungsopfer am Kreuz ab.

Trotz der Bedeutung aller Seiner Worte und Taten: Das eigentliche Ziel des Weges Jesu durch diese Welt ist kein anderes als die Stätte Seines Opfers. „Seht, wir ziehen hinauf nach Jerusalem; dort wird der Menschensohn den Hohenpriestern und Schriftgelehrten übergeben werden, sie werden Ihn zum Tode verurteilen und den Heiden zur Verspottung, Geißelung und Kreuzigung ausliefern, doch am dritten Tage wird Er wieder auferstehen.“ (Mt, 20, 18-20) Das ist die „Stunde“ von der Er immer wieder spricht (vgl. Joh 2,4; 12,27...). Erst auf Golgotha wird die Erlösung der Menschen wahrhaft vollzogen, wird der Gerechtigkeit Gottes Genüge getan und uns Menschen der Quell des ewigen Heiles eröffnet.

 

Das ganze Erlösungswerk: das Geheimnis der Inkarnation, das Leben und Lehren Jesu, vor allem aber Sein Kreuzesopfer und Seine Verherrlichung – alles das ist für uns nicht einfach historische Vergangenheit, denn in der Heiligen Messe wird es uns immer wieder neu gegenwärtig und fruchtbar.

So laßt uns denn in Freuden schöpfen aus den Quellen des Heils! (vgl. Is 12,3)

 

PBD