Pfarr- und Wallfahrtskirche Mariae Geburt
Apostolat der Priesterbruderschaft St. Petrus



 

 

 

Der Mensch: Krone der Schöpfung und Ebenbild Gottes

„Was ist der Mensch, daß Du seiner gedenkst, des Menschen Sohn, daß Du Sorge trägst um ihn!

Du hast ihn fast zu einem Gotteswesen gemacht, hast ihn gekrönt mit Glorie und Glanz.

Macht hast Du ihm gegeben über das Werk Deiner Hände, alles hast Du ihm zu Füßen gelegt...“ (Ps 8, 5ff.)

 

Der Mensch ist das vollkommenste Werk der irdischen Schöpfung.

 

Er trägt in sich alle Seinsstufen: die tote Materie, die pflanzlich („vegetativ“) und tierisch („sensitiv“, „animalisch“) belebte Natur sowie die Welt des Geistigen. Man kann den Menschen daher eine „Welt im Kleinformat“ („Mikrokosmos“) nennen; einen „Querschnitt durch die sichtbare Schöpfung“, der durch die Geistseele, die ihn in Ähnlichkeit mit der unsichtbaren Schöpfung der Engel versetzt, gekrönt ist.

 

Der Mensch - ein vernunftbegabtes Lebewesen.

Die klassische Definition des Menschen als „animal rationale“ („vernunftbegabtes Lebewesen“) reiht ihn unter die Tiere ein, insofern er ein Lebewesen ist wie sie, unterschiedet ihn aber zugleich von ihnen, insofern der Mensch vernunftbegabt ist, also zu geistiger Erkenntnis und freiem sittlichem Wollen fähig.

 

Die verschiedenheit des Menschen vom tier ist offensichtlich.

Entgegen allen Versuchen, den Menschen als evolutives Zufallsprodukt aus dem Tierreich zu erklären, zeigen u.a. folgende Bereiche die wesenhafte Verschiedenheit:

-                                  die Sprache (Verständigung auch über abstrakte, nicht unmittelbar lebenswichtige Dinge);

-                                  die Technik (Fähigkeit, sich immer feinerer, selbsterzeugter Werkzeuge zu bedienen);

-                                  die Tradition (Erlernen von nicht Angeborenem, das häufig sehr kompliziert ist);

-                                  der Fortschritt (Fruchtbarmachung und Fortentwicklung der Erfahrungen früherer Menschen);

-                                  die Kultur (Verfeinerung aller Lebensbereiche ohne eine echte Notwendigkeit);

-                                  die Religion (Ausrichtung auf eine höhere, unsichtbare Welt).

Das Leben der Tiere hingegen erklärt sich weithin aus den lebensnotwendigen Vollzügen und weist daher keines dieser Phänomene in einer Form auf, die dem menschlichen Leben ernsthaft vergleichbar wäre.

 

Durch seine Geistseele ist der mensch unsterblich.

Während die „Seele“ der Pflanzen und Tiere nur ein Lebensprinzip ist, das ganz in der vegetativen und sensitiven Sphäre aufgeht und daher vergänglich ist, hat der Schöpfer dem Menschen eine Seele verliehen, die am Licht Gottes teilhat, die über die biologischen Lebensvollzüge hinaus in die Welt des Geistigen aufragt und selbst unsterblich ist.

 

der mensch wurde im Anfang mit dem Leben Gottes beschenkt.

Die Heilige Schrift spricht davon, Gott habe dem Adam den Odem des Lebens eingehaucht (Gen 2,8). Er hat ihm aber nicht nur das menschliche Leben, sondern darüber hinaus auch Anteil an Seinem eigenen Leben verleihen und ihn dadurch befähigt, mit seinem Schöpfer in eine liebende Beziehung zu treten. Diese Gabe, die Heiligmachende Gnade, ist ein freies Geschenk, das nicht zur Natur des Menschen gehört (obgleich diese von Gott darauf angelegt wurde).

 

Der Mensch ist ein Ebenbild Gottes (Gen 1,27).

Ebenbild Gottes ist der Mensch in mehrfacher Hinsicht: Schon durch seine unsterbliche, erkennende und wollende Geistseele stellt er die vollkommenste Widerspiegelung des ewigen, persönlichen Gottes in der vergänglichen Welt dar. Lebendig wird dieses Bild durch den Gnadenstand, die Teilhabe am göttlichen Leben. Außerdem kann man auch die schöpfungsgemäße, liebende Verbindung von Mann und Frau, aus der eine neue Person entsteht, als Reflex der Dreifaltigkeit Gottes betrachten.

 

Der Mensch – König und Priester des Universums.

Aus alledem wird die Stellung des Menschen in der Schöpfung offenbar: Wir sind geschaffen, um diese Welt zu erkennen und über sie zu herrschen. Als „Mikrokosmos“ tragen wir sie gleichsam in uns, um sie durch unsere gehorsame Unterwerfung unter und liebende Hingabe an Gott priesterlich mit Ihm zu verbinden. Diese Stellung hat Adam verspielt – es mußte Christus, der neue Adam, kommen, um alles in sich zusammenzufassen (vgl. Eph 1,10) und dem Vater zu übergeben (vgl. 1 Kor 15,28)!

PBD